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Meerbusch hitzesicher machen

Methodik

Amtliche Daten  ·  eigene Ableitung  ·  offene Punkte

Die Methodik dieser Reihe entwickelt sich mit jeder Karte, in- und außerhalb Deutschlands, weiter. Hier ist sie auf Meerbusch mit 56.947 Einwohnern auf 64,4 km² zugeschnitten. Auch Besonderheiten von Datenlage und Datenmodell sind im Folgenden auf dieser Seite aufgeführt.

Lesart. Amtliche Geobasisdaten sind als solche belegt. Alles, was als eigene Ableitung gekennzeichnet ist, dient der Prüfung von Größenordnungen und ist gegen die Fachplanung zu verifizieren.

Amtliche Grundlagen

Baumstandorte aus dem nDOM50181.388 Bäume · eigene Ableitung

Eigene Ableitung: Es gibt hier kein verwendbares Baumkataster — siehe unten. Die Baumstandorte stammen deshalb aus dem amtlichen normalisierten Oberflächenmodell nDOM50 von Geobasis NRW (dl-de/zero-2.0), Bildflug 2022 bis 2024, überwiegend Ende Mai im belaubten Zustand, 50 cm Gitterweite. Gesucht werden lokale Höhenmaxima im Band 5 bis 45 m; Treffer auf amtlichen ALKIS-Gebäudegrundrissen und alles außerhalb der Stadtfläche werden verworfen.
Grenze: Erfasst wird jede Krone ab etwa fünf Metern — auch auf Privatgrund und im Wald, anders als bei einem Kataster. Junge Pflanzungen darunter fehlen, ebenso Baumart und Pflanzjahr. Der Kronendurchmesser ist aus der Höhe geschätzt, nicht gemessen. Gerechnet wird bewusst auf 1 m statt auf den vorliegenden 50 cm: auf dem feineren Gitter findet das Verfahren im geschlossenen Kronendach jede Astgabel als eigenen Baum und liefert rund die sechsfache Zahl.

ALKIS – Tatsächliche NutzungLiegenschaftskataster NRW

Ein einziges GeoPackage des Landes enthält Flächennutzung und Gebäudegrundrisse. Die Nutzungsart steht dort als deutscher Klartext, nicht als AAA-Schlüssel wie in Bayern. Heterogene Sammelkategorien werden bewusst nicht eingefärbt, statt sie einer falschen Farbe zuzuordnen. opengeodata.nrw.de

ALKIS – Gebäudegrundrisse41.747 gezeichnet

Aus demselben Paket, als grauer Kontext unter den anderen Ebenen. Überdachungen, Carports, Durchfahrten und auskragende Geschossteile sind herausgefiltert.
Grenze: Die Spalte Geschosszahl existiert im Schema, ist in der vereinfachten Landesabgabe aber durchgängig leer. Eine Verschattungsaussage aus Gebäudehöhen ist mit dieser Quelle nicht möglich; die Ebene bleibt deshalb reiner Kontext.

Klimaanalyse NRW 2026FITNAH 3D · 25 m Raster

Gegenüber den bayerischen Analysen in drei Punkten besser, und alle drei ändern, was die Karte sagen darf: 25 m statt 100 m Rasterweite, also fein genug für einzelne Straßenzüge; zwei Szenarien (typischer und extremer Sommertag) statt einem; und eine echte Nacht-Lufttemperatur als Messgröße statt einer Klassenskala. Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW

OpenStreetMapGrenze · Orte · Parken · Adresssuche

Stadtgrenze, 850 Aufenthaltsorte, Straßenrandparken und die Adresssuche über Nominatim. Für diese Stadt liegt keine amtliche Parkraumkartierung vor; die Stellplatzzahl ist aus OSM-Parkstreifen geschätzt und damit eine Untergrenze. openstreetmap.org

Eigene Ableitung

Hitzeklassen nach VDI 3787absolut statt relativ

Weil absolute PET-Werte vorliegen, werden die fünf Klassen an den Schwellen der VDI-Richtlinie 3787 geschnitten (23 / 29 / 35 / 41 °C) statt wie sonst per Quantil aus der Verteilung der jeweiligen Stadt. „Starke Wärmebelastung“ heißt hier deshalb wörtlich „PET ab 35 °C“ und nicht „das heißeste Fünftel dieser Stadt“. Erst dadurch ist diese Ebene zwischen Städten vergleichbar — genau die Eigenschaft, deren Fehlen der Grund war, die Quantil-Ebene bei den bayerischen Gemeinden ganz zu entfernen. Ergebnis: 60,3 % der Stadtfläche ab 35 °C, 11,7 % ab 41 °C.

Tropennacht-Klassenechte Nachtgröße

Die Nachtebene nutzt die modellierte Lufttemperatur um 4 Uhr, geschnitten bei 16 / 18 / 20 / 22 °C. Die 20-°C-Grenze liegt bewusst auf einer Klassengrenze, sodass „Klasse 4 oder 5“ exakt der Tropennacht-Definition des Deutschen Wetterdienstes entspricht. Der Szenarienunterschied ist drastisch: In der typischen Sommernacht erreichen 0,0 % der bewerteten Fläche Tropennacht-Niveau, in der Extremnacht 64,1 %, mit Spitzen bis 23,9 °C. Die Kartenebene zeigt deshalb die Extremnacht — eine Karte der typischen Nacht wäre einfarbig.
Bezugsfläche: Anders als das Tagesraster liegt das Nachtraster des LANUK nur über dem Siedlungsraum. Die Prozentzahl ist ein Anteil daran und lässt sich nicht auf die Stadtfläche umrechnen, denn „kein Wert“ heißt nicht „keine Tropennacht“.

Kronen, Suchräume, Hitze-Kennzahlaus amtlichen Daten gerechnet

Kronenflächen aus der Baumhöhe geschätzt (Durchmesser = 0,55 × Höhe, gekappt bei 14 m) — dieselbe Beziehung wie in Ludwigshafen und Mannheim, damit die Zahlen zwischen den Städten vergleichbar bleiben. Suchräume sind einzelne Straßenflächen ab 150 m² ohne Kronenüberdeckung und ohne Baum näher als acht Meter — 2.165 im Stadtgebiet.
Die Hitze-Kennzahl (24,6 % der Straßenfläche ab 35 °C ohne Baum im 17-m-Umkreis) wurde mit einem unabhängigen Skript auf 5-m-Gitter nachgerechnet. Der Radiuskorridor 15–20 m ergibt 17,8 bis 28,4 %: Die Aussage hängt nicht an der Wahl des Radius.

Offene Punkte

Ein kommunales Baumkatasternicht auffindbar

Anders als Bergisch Gladbach oder Köln führt Meerbusch — soweit öffentlich einsehbar — kein eigenes Baumkataster. Geprüft am 1. August 2026: Das städtische Geoportal nennt als Themen nur Bauleitpläne, Bodenrichtwerte, Starkregengefahrenkarten, Solarpotenzialkataster und historische Karten. Das gemeinsame Open-Data-Portal des Rhein-Kreises Neuss führt 40 Datensätze zu Meerbusch — Radtouren, Spielplätze, Friedhöfe und Ähnliches —, aber keinen zu Bäumen. Die Nachbarstadt Neuss veröffentlicht im selben Portal dagegen „Baumbestand“ und „Baumkronen“ ausdrücklich unter CC0; ein Baumkataster hätte in diesem Portal also grundsätzlich Platz, wenn es eines gäbe.
Deshalb die Ableitung aus dem Oberflächenmodell. Sollte sich herausstellen, dass die Stadt intern doch ein Kataster führt, wäre eine Anfrage nach dem Muster von Bergisch Gladbach der nächste Schritt.

GebäudehöhenGrenze der Landesabgabe

Die vereinfachte ALKIS-Abgabe führt keine Geschosszahlen. Für eine echte Verschattungsrechnung — welcher Baum steht wann im Gebäudeschatten, und wo hilft nur noch ein Baum — bräuchte es die unvereinfachte Abgabe oder das LoD2-Modell.

GrößenordnungGrenze des Verfahrens

Die Suchraum-Analyse arbeitet ausschließlich auf der ausgewiesenen Straßenverkehrsfläche (3,74 km²). Private Grundstücke, Höfe und Gewerbeareale bleiben unbewertet, obwohl auch dort Schatten fehlen kann. Ob auf einem Suchraum tatsächlich ein Baum stehen kann, hängt von Leitungen im Untergrund, Rettungswegen, Sichtdreiecken und entfallenden Stellplätzen ab — alles ungeprüft.

Wie diese Zahlen gerechnet sind

„Wo fehlt Schatten?“65,7 % der Straßenfläche, gerechnet als: Rastergitter 2 m, gleitendes Fenster 20 m

Die Angabe hinter „gerechnet als“ ist keine Beschreibung dieser Seite, sondern der Wert, den der Lauf selbst in die stats.json geschrieben hat. Ausgewiesen wird der Anteil der Straßenfläche, über der weniger als 10 % Kronendach liegt.
Gitterweite und Fenster entscheiden die Zahl mit: Eine Zelle gilt auch dann als unbeschattet, wenn der nächste Baum knapp außerhalb des Fensters steht. Zahlen aus anderen Karten sind deshalb nur bei gleicher Angabe an dieser Stelle vergleichbar — in dieser Reihe ist sie durchgängig dieselbe.

Was ein Suchraum ist2.165 Stück, gezählt als:

Kronenfreie Straßenflächen ab 150 m², zerlegt je ALKIS-Einzelfläche; ausgeschlossen ist alles im Umkreis von 8 m um einen Stamm (bei großen Kronen der Kronenradius). Ein Suchraum ist eine Prüffläche, kein Baumstandort: Ob dort ein Baum stehen kann, entscheiden Spartenlage, Rettungswege, Sichtdreiecke und entfallende Stellplätze. Flurstücksgrenzen sind Verwaltungsschnitte — eine Lücke über zwei Flurstücke zählt als zwei Suchräume.
Auch dieser Satz steht so in der stats.json dieser Karte und wird hier nur ausgegeben. Er entscheidet die Zahl mit: Bis zum 11. August 2026 zählte die Reihe Zusammenhangskomponenten des baumfreien Straßennetzes — ein einziges „Stück“ konnte quer durch die Stadt laufen. In Köln maß das größte davon am 11. August 2026 noch 20,86 km², gut die halbe Straßendecke der Stadt; dieselben Daten je Einzelfläche zerlegt ergaben gut neunmal so viele und entsprechend kleinere Stücke, ohne dass ein Baum dazugekommen oder verschwunden wäre. Eine Suchraumzahl ist deshalb nur mit dieser Angabe daneben zu gebrauchen.

Wer in der Hitze wohnt

Die Karte kreuzt das Bevölkerungsgitter des Zensus 2022 mit den Hitzeklassen der Klimaanalyse. Ergebnis: 44.041 von 57.112 erfassten Einwohnern (77,1 %) wohnen in den oberen beiden der fünf Klassen, 7.927 in der höchsten allein.

Flächengewichtet: jede 100-m-Zelle geht mit dem Anteil ein, den sie in der Gemeinde bzw. in der Hitzeklasse hat — nicht nach Zellmittelpunkt. Der Unterschied zur Zählung nach Zellmittelpunkt liegt nicht an der Gemeindegrenze — die verläuft durch unbewohntes Gebiet —, sondern an den Klassengrenzen, die mitten durch bewohnte Zellen schneiden.

Die Schnitte liegen bei 23,0, 29,0, 35,0, 41,0 °C gefühlter Temperatur und sind vorgegeben, nicht aus dieser Karte gerechnet. Klassengrenzen nach VDI 3787: ab 35 °C starke, ab 41 °C extrem starke Wärmebelastung. Absolute Schwellen, nicht Quantile — damit zwischen Städten vergleichbar.

Das Zensusgitter ist zum Schutz kleiner Fallzahlen verrauscht. Aussagen über einzelne Zellen oder Hausblocks sind damit nicht zulässig; über ein Stadtgebiet mittelt sich das Rauschen heraus. Gezählt wird die Wohnbevölkerung, nicht die Tagesbevölkerung: Wer zum Arbeiten, Einkaufen oder zur Schule herkommt, ist nicht enthalten.

Von ihnen wohnen 29.262 dort, wo mehr als die Hälfte des Straßenraums im Umkreis von hundert Metern zugleich heiß ist und unter der Schattenschwelle liegt. Gezählt sind Menschen, in deren 100-Meter-Zelle Straßenraum liegt, der zugleich in den Hitzeklassen 4+5 und unter der Schattenschwelle ist — dieselbe Fläche, die die Karte als „Wo fehlt Schatten?“ zeichnet. Gezählt wird eine Zelle, wenn davon mehr als die Hälfte ihres Straßenraums betroffen ist — nicht schon dann, wenn irgendein Stück darin liegt: Das trifft in bebautem Gebiet fast überall zu und würde nichts unterscheiden. Die Hälfte ist eine Setzung, keine Messung. Die Geometrie stammt aus den ausgelieferten Kacheln und ist dort auf 0,4 m vereinfacht.

Die Vorrangliste der Einrichtungen führt 48 Standorte, die in der Hitze liegen und unter 10 % Kronenschatten haben. Ihre Reihenfolge ist ein Urteil, keine Messung. Zuerst stehen Orte, an denen der Aufenthalt im Freien der Zweck ist (Spielplatz, Kita), zuletzt solche, die man innen aufsucht (Arztpraxis). Hitzeklasse und Beschattung darunter sind gemessen. Wer anders gewichtet, bekommt eine andere Reihenfolge — bei gleichen Zahlen.

Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022, Bevölkerungszahl je 100-m-Gitterzelle (dl-de/by-2-0)

Wie heiß die Gegend ist — die vergleichbare Zahl

Jede Hitzeangabe dieser Karte ist gegen den eigenen Ort normiert und sagt deshalb nichts darüber, ob es hier heißer ist als anderswo. Diese eine Zahl schon: 10,3 Heiße Tage im Jahr in der Normalperiode 1991-2020, gemessen dort, wo die Menschen wohnen. Über die Jahre 2016-2025 sind es 14,3 — die Normalperiode endet 2020 und beschreibt die heutige Lage deshalb zu kühl.

Heißer Tag: Maximum der Lufttemperatur mindestens 30 °C. Das Raster ist aus Stationsmessungen abgeleitet, unter Berücksichtigung der Höhenabhängigkeit. Bevölkerungsgewichtet über dieselben 100-m-Zensuszellen, mit denen auch die Betroffenheitsrechnung arbeitet — die Zahl gilt für den Ort, an dem Menschen wohnen, nicht für die Gemeindefläche. Über die Gemeindefläche statt über die Menschen gerechnet wären es 10,4 Tage; der Unterschied zeigt, ob die Bevölkerung im klimatischen Mittel ihres Gemeindegebiets wohnt.

Das Raster ist aus Stationsmessungen auf 1 km interpoliert. Es beschreibt die Region, nicht das Stadtinnere: Eine Wärmeinsel zwischen Hinterhof und Park löst es nicht auf. Die übrigen Hitzeangaben dieser Karte beantworten, wo es innerhalb dieses Ortes heiß ist; diese Zahl beantwortet, wie heiß die Gegend überhaupt ist. Vergleichbar zwischen Orten ist nur sie.

Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center: Raster der Anzahl Heißer Tage für Deutschland, 1 km (CC BY 4.0)

Wasserflächen

Gewässer4,2 % der Bezugsfläche

Flüsse, Kanäle, Seen und Hafenbecken aus derselben amtlichen Nutzungserhebung wie die übrigen Flächenarten. Sie werden gezeichnet und beziffert. Bis zum 11. August 2026 waren sie es nicht — gemeint als Zurückhaltung, gelesen als Lücke: Wo ein Fluss durch die Stadt läuft, stand auf der Karte nichts.
Moor und Sumpf zählen ausdrücklich nicht dazu. Sie sind bewachsen und verhalten sich thermisch wie Land; sie laufen deshalb unter „Wald, Landwirtschaft und Ödland“.

Wasser zählt hier nicht als Kühlflächebewusste Entscheidung, kein Versehen

Der Kühleffekt eines Gewässers ist real, aber klein, windabhängig und auf ein schmales Uferband begrenzt. Nachts gibt ein größerer Wasserkörper gespeicherte Wärme wieder ab und hebt die Nachttemperatur — also genau die Größe, die bei Hitzewellen gesundheitlich zählt.
Eine Kennzahl, die einen Fluss wie einen Wald verbucht, wäre angreifbar, und zwar zu Recht. Die 4,2 % stehen deshalb als eigene Angabe da und fließen in keinen Kühlflächen- oder Überdeckungswert ein.

Kein Ziel von 30 % auf dem Wasserwarum dort keine Prozentzahl steht

Für alle anderen Flächenarten zeigt die Karte die Kronenüberdeckung gegen das Ziel von 30 %. Für Wasserflächen nicht: Dort wächst kein Baum, die Null ist korrekt gemessen und trotzdem kein Mangel. Auch eine perfekte Erhebung fände auf einem Fluss keine Kronen.
Das ist etwas anderes als „nicht erfasst“, das an anderen Stellen dieser Karte steht: Dort heißt es wir wissen es nicht, hier heißt es hier gehört keiner hin.

Stand und Verantwortung. Die Karte ist ein nicht abgeschlossener Entwicklungsstand und mit keiner Behörde abgestimmt. Zusammenstellung: Dr. Julian Zuber, Stand August 2026.